eine Wohlfahrtsaktion der cashgroup Banken

presseinfo
Münchner Samstagsblatt am 1. März 2003 | 41 kb

]
14.12.2002:
presseinfo|
robinhausfotos|
Abendzeitung|
tageszeitung| Süddeutsche|
 
02.01.2003:
presseinfo|
tageszeitung|
radio charivari|
 
01.03.2003:
Samstagsblatt|
[


 

Münchner Samstagsblatt am 01.03.2003,
S. 16, Verschiedenes:

Mut tut gut!

Die Kampagne [en|courage] ruft dazu auf, sich für Obdachlose einzusetzen

Von Rebecca Wörne

Rund 500.000 Wohnungslose lebten nach einer Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. im Jahre 2000 in Deutschland. Laut Angaben der Arbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe München und Oberbayern liegt die Wohnungslosenzahl für die Landeshauptstadt derzeit bei etwa 4.000 Menechen, die in städtischen Notunterkünften und den Einrichtungen freier Träger leben. Etwa 600 Männer und Frauen verbringen ihr Leben auf der Straße.

Für genau diese Menschen ergreift das Projekt [en|courage] Initiative. [en|courage] ist ein international verständlicher Begriff und steht an dieser Stelle für sich selbst. "Grenzen verlaufen überall: in der Innenstadt wie an der Staatsgrenze, im Sozialamt wie vor der Bank. Die besitzt auch nur den Vorteil, einen warmen und trockenen Vorraum zu bieten. Die Grenze ist überall, wo Menschen befürchten müssen, nach Papieren gefragt zu werden. Zum Knacken dieser Grenze bedarf es einer handelsüblichen ec-Karte. Deshalb rufen wir dazu auf, Menschen campieren zu lassen, wann immer sie es brauchen. Wir rufen dazu auf, ihnen trockenen Unterschlupf und warme Übernachtungsmöglichkeit zu gewähren.'' Mit diesen Worten fordert die noch junge Initiative zur Unterstützung Obdachloser auf, die ihre Nächte auf der Straße verbringen müssen. Gegründet wurde die Kampagne von einer Hand voll junger Menschen aus Müchen, die ihre Beziehungen nutzen, um die Idee international zu verbreiten.

Internationaler Aufruf

"Wir haben unsere Leute, die das auch in andere Länder tragen", berichtet ein Sprecher der Kampagne. In sechs verschiedenen Sprachen, darunter deutsch, englisch, italienisch, holländisch und lettisch ist der Aufruf auf http://kriegste.de/encourage bereits abrufbar. Und wir arbeiten schon an anderen Übersetzungen, wie zum Beispiel an der Spanischen, der Chinesischen und der Russischen", informiert die Gruppe weiter.

Die Forderung, obdachlose Menschen in die Vorräume der Banken zu lassen, sei für die Gruppe letzten Endes jedoch vordergründig: "Die Probleme dieser Menschen lassen sich damit natürlich nicht lösen. Eine Wohnung bekommen sie so auch nicht', erörtert der Sprecher von [en|courage]. Aber es gehe ihnen darum, die Menschen zum Nach- und Weiterdenken zu bewegen: "Weiterdenken, als bis zu der Spende, die zumeist Weihnachten geleistet wird! Wir wollen die Menschen dazu bewegen, sich selbst zu überlegen, 'he, was kann ich sonst noch machen'", so die Meinung der Mitglieder über ihre Ziele. Einerseits seien die Banken davon beeindruckt, wie das Layout der Aufkleber mit dem Aufruf gestaltet wurde. "Bislang hat noch kein Mitarbeiter einer Bank etwas gesagt, wenn einer von uns Aufkleber mit diesem Aufruf angebracht hat', berichten die engagierten Gruppenmitglieder. Andererseits reagieren die Banken bei offizieller Anfrage aber entsprechend negativ. "Da bekommen wir dann schon mal solche Äußerungen, wie zum Beispiel von der Deutschen Bank in München, die sagte 'wir sind doch nicht die Caritas' zu hören", erzählen die jungen Leute an dieser Stelle.

Erste Schritte

Seit Anfang Januar ist [en|courage] damit beschäftigt, Aufkleber zu verteilen - München und kleinere Städte im Umland, wie zum Beispiel Straubing , seien bereits "beklebt". "In München selbst fehlen uns nicht mehr viele Stadtteile. In Schwabing, der Innenstadt und Teilen von Haidhausen kann man im Eingangsbereich aller Banken den Aufruf lesen. Und es handelt sich hierbei um den ersten Schritt einer weit angelegten Kampagne", informiert die Pressestelle. Auch in Amsterdam, Köln und Berlin hat die Gruppe sich schon ,,encouragiert''. Und das ist es schließlich, wozu auch andere aufgerufen werden sollen: mit ein wenig Courage kann für manche Menschen Großes getan werden. Weitere Informationen unter Tel: 0179 / 612 96 31.

Bildunterschriften:

Auch an Bankautomaten in Amsterdam ist der Aufruf, Obdachlose in Vorräume von Banken zu lassen, bereits zu lesen. Foto: [en|courage]

Der 'Sleeper' steht als Motiv für sich selbst. Abb.: [en|courage]