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Münchner Abendzeitung, 16.12.2002:

Studenten als Hausbesetzer

Sechsstündiger Protest gegen Wohnungsnot

MÜNCHEN "Es sind immer noch alle Zimmer frei. Der Treffpunkt ist in der Landsberger Straße. Da können ab 11 Uhr alle Wohnungen besichtigt werden." - Mit dieser scheinbar harmlosen Nachricht auf ihrem Info-Telefon riefen die Aktivisten von ,,RobinwHaus'' Samstag früh zur Hausbesetzung in die Landsberger Straße. Zehn junge Münchner im Alter von 18 bis 29 waren bereits um 9 Uhr zur Tat geschritten. Uber ein Vordach stiegen sie in das leerstehende Haus der Deutschen Bahn ein, rollten Transparente aus und bauten ihre Stereoanlage auf. Damit war das Haus Nummer 123 besetzt.

Ein Hauch der protestbewegten 80er Jahre wehte durch die Landsberger Straße. Auch die Motivation ähnelte sich. "Es geht darum, Wohnraum für Leute zu beschaffen, die keinen haben. Die zehn Hausbesetzer sind zum Teil selber von der Wohnungsnot Betoffene. Darunter auch welche, die nicht mal im Container Platz gefunden haben", erklärt David H. (27) von Robin Haus. "Vor dem Haus hatten sich inzwischen etwa 200 Protestierende - unter ihnen auch ein richtiger Nikolaus - des linken Spektrums eingefunden. Sebastian V. (19): "Im Winter ist die Wohnungsnot besonders schlimm für Studenten. Einfach unmögliche Verhältnisse, wenn der Leerstand wie hier günstiger ist als die Nutzung durch Mieter."

Sechs Stunden dauerte die Besetzung, dann verließen die Hausbesetzer das ehemalige OB-Übernachtungsheim wie sie gekommen waren: Am Seil übers Fenster aufs Vordach, dann auf die Straße. Polizei und Protestler bescheinigten sich hinterher absolute Friedferdgkeit. Polizisten und Bundesgrenzschützer packten sogar beim Auszug der Besetzer tatkräffg mit an, hatten vorsorglich die Straße in beiden Richtungen gesperrt. "Zur Sicherheit der Demonstanten', und dies, obwohl sich die hundert Sympathisanten vor dem Haus einer "unangemeldeten Versammlung" schuldig gemacht hatten.

Die zehn Hausbesetzer wurden von Polizei und Bundesgrenzschutz festgenommen, ins Polizeipräsidium in der Ettstraße gebracht, wo sie vor ihrer Freilassung erkennungsdienstlich behandelt wurden. Die Deutsche Bahn hat Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs gestellt. Doch die Besetzer wollen nicht aufgeben, bis sich die Wohnverhältlisse in ihrem Sinne gebessert haben. Auch Hausbesetzungen werden weiter zum Repertoire gehören. David H.: "Das war das erste, aber nicht das letzte Mal."

John Schneider